Frage:

 

Telefonische Anfrage des Sicherheitsbeauftragten eines Kundens, der Schrumpfhauben bezieht:

...von den Mitarbeitern des Betriebes kam die Anfrage, ob der Eigengeruch der Schrumpfhaube und der beim Einschrumpfen der Palette entstehende Geruch gesundheitsgefährdend ist?

 

Antwort:

 

Sehr geehrter Herr S., Wir nehmen Bezug auf unser Telefonat von heute vormittag.

 

Polyethylen gehört neben anderen Thermoplasten, z.B. Polypropylen, zu den Polyolefinen. Ethylen, der Baustein des Polyethylens, ist das am einfachsten aufgebaute Olefin:

 

H    H

|     |

C = C

|     |

H    H

 

Die Ethylenmoleküle werden bei der Polymerisation (daher die Bezeichnung Polyethylen) miteinander verknüpft. Dadurch entstehen lange, kettenförmige Makromoleküle aus gleichen Bausteinen. Eine Polymerisation können Sie sich wie eine Art Kochvorgang in einem Schnellkoch-Drucktopf vorstellen. Unter Wärme und Druck wird die C = C Doppelbindung aufgebrochen und kann sich so mit einem anderen Molekül verbinden.

 

Die Polyethylen-Moleküle enthalten Verzweigungen. Der Grad der Verzweigung der Molekülketten und die Länge der Seitenketten beeinflussen die Eigenschaften des Polyethylens wesentlich.

 

Unter dem Einfluß von Sauerstoff und Licht werden diese Molekülketten "gesprengt", das Polyethylen zerfällt und löst sich letztlich wieder in seine Ausgangsstoffe Wasser- und Kohlenstoff auf. Dieser Prozeß beginnt sofort, für unser Auge sichtbar wird es aber erst nach ca. 1 Jahr, je nach Sonnenintensität. Deshalb ist Polyethylen umweltfreundlich, es entstehen keinerlei Rückstände, Gase oder sonstige Rückstände. Ausgangsprodukt aller Folien aus Polyethylen (Polyethylen gibt es als HDPE und LDPE. Den Unterschied sieht und fühlt man den Zahlen 2 bzw. 4 im Recyclingsymbol) ist Polyethylengranulat, was man von großen Chemiefirmen wie beispielsweise BASF oder Degussa-Hüls beziehen kann.

 

Dieses Granulat wird in Extrudern aufgeschmolzen (ein Extruder ist vergleichbar einem großem Fleischwolf mit einer Heizung). Diese Schmelze wird dann über einen Blaskopf wie ein "Bubbel-Kaugummi" aufgeblasen, abgekühlt und über Walzen zu einem Folienschlauch zusammengelegt. Der Folienschlauch wird zu großen Rollen aufgewickelt und u.a. zu Schrumpfhauben weiterverarbeitet.

 

Beim Aufschmelzen und anschließendem Blasen der Folie entsteht ein Geruch, einer brennenden Stearinkerze ähnelnd. Sie können das nachvollziehen, indem Sie ein Stück Folie anzünden und am entstehenden Qualm riechen (Achtung: Vermeiden Sie, daß Ihnen abtropfendes, aufgeschmolzenes Polyethylen auf die Haut oder Kleidung tropft. Führt zu schmerzhaften Verbrennungen). Dieser Geruch verflüchtigt sich relativ schnell und ist absolut gesundheitlich unbedenklich.

 

Da die von Ihnen eingesetzten Schrumpfhauben sofort nach Fertigung zusammengelegt und verpackt werden, hat dieser Geruch keinerlei Chance, sich zu verflüchtigen. Deshalb riecht die Folie beim Auseinanderfalten und beim Überziehen über die Palette. Dieser Geruch ist aber relativ schnell verflogen und geht auch in keinsterweise auf Ihr zu verpackendes Gut über.

 

Wir hoffen, diese Ausführungen kommen Ihren Erwartungen einigermaßen entgegen. Sollten Sie weitere Fragen haben, lassen Sie es uns bitte wissen. Wir beraten und informieren Sie gerne.

 
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