Limburg, 18.12.2004
Innerhalb der letzten Woche sind die Rohölpreise um mehr als zehn Prozent gestiegen. Die Nordseemarke Brent notierte bei 43,39 Dollar, in New York wurden 46,28 Dollar pro Barrel erzielt. Warum dieses ständige auf und ab? Die Angst vor einer mangelnden Versorgung stieg in den USA wieder deutlich an, da die Bestandszahlen enttäuschten. Dazu kamen Wetterprognosen, die tiefe Temperaturen für Nordamerika erwarten lassen. Drohende Streiks in Nigeria sowie die wohl nicht mehr aufzuhaltende Zerschlagung des Yukos-Konzerns in Russland taten ein Übriges. Auch wurde auch der OPEC-Beschluss einer Förderkürzung zum Januar kritischer neu überdacht, da auch nächstes Jahr von einer weiterhin sehr hohen Nachfrage, vor allem aus China, ausgegangen werden muss.
Limburg, 14.12.2004
Die Rohölpreise fallen weiter und die OPEC will die Förderung drosseln. Obwohl die OPEC bei ihrem jüngsten Treffen in Kairo beschloss, die Fördermenge ab ersten Januar zu kürzen, fielen die Rohölpreise in New York weiter auf 40,71 Dollar pro Barrel und erreichte damit auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten. Nordseeöl "Brent" notierte bei 37,39 Dollar. Am 10. Dezember beschloss die OPEC, ab dem ersten Januar 2005 die Fördermenge um eine Million Barrel pro Tag zu kürzen und sich am 30. Januar erneut zu treffen, um über weitere Maßnahmen zu beraten. Normalerweise hätte diese Meldung tendenziell zu steigenden Preisen führen müssen, doch das Gegenteil war der Fall. Viele Händler meinten, die Reduzierung reiche nicht aus, um das aktuelle Preisniveau zu halten und so gab der Rohölkurs weiter nach. Die US-Währung selbst konnte ihre Talfahrt zumindest vorerst stoppen und verteuert sich auf 75,68 Euro-Cent.
Limburg, 6.12.2004
Auf was ist noch Verlass? Binnen drei Tage fiel der Preis für Rohöl in New York von 50 auf 42,54 Dollar pro Barrel. Nordseeöl der Marke Brent schaffte es sogar, die 40 Dollar-Marke nach unten zu durchbrechen und schloss bei 39,36 Dollar. Der Euro ist erneut gestiegen. Für den Dollar sind nur nur noch gut 74 Euro-Cent zu zahlen. Am 10. Dezember findet in Kairo das Ölministertreffen statt. Eine Beibehaltung der aktuellen Förderpolitik wird allgemein erwartet.
Limburg, 29.11.2004
Die Ölpreise steigen wieder. In New York stiegen die Notierungen am vergangenen Freitag um über fünf Prozent und notieren bei 48,89 Dollar pro Barrel. Auch Nordseeöl "Brent" wurde um 45 Dollar pro Barrel notiert. Diese Gegen-bewegung nach dem starken Preisrückgang der letzten Wochen von mehr als 15 Prozent war überfällig und allgemein erwartet worden, zudem auch noch Gerüchte um eine mögliche Förderkürzung der OPEC in den Markt gestreut wurden. Der Euro erreichte im Laufe der letzten Woche gegenüber dem Dollar erneut ein Rekordhoch und so kostet die US-Währung aktuell 76,74 Euro-Cent.
Limburg, 15.11.2004
Die Rohölnotierungen sind weiter gesunken und lagen in New York bei 47,32 Dollar pro Barrel während Nordseeöl "Brent" bei 42,31 Dollar notierte. Die US-Währung zeigt sich bei Kursen um 77 Euro-Cent weiterhin schwach. Trotz verstärkter Nachfrage, dank relativ kalter Temperaturen in Nordamerika und Mitteleuropa, folgten die Rohölpreise weiter einem Abwärtstrend. Trotzdem läuft die weltweite Ölförderung auf Hochtouren. Nur in Nigeria, eines der wichtigsten Ölförderländer der Welt, drohen wieder einmal die Ölarbeiter mit Streik. Die Grundproblematik einer derzeit weltweit sehr hohen Nachfrage, die nur durch große Anstrengungen in den Förderländern befriedigt werden kann, besteht weiter. Mitentscheidend für die langfristige Entwicklung wird sicherlich der Umgang mit dem wertvollen Rohstoff Öl in den großen Volkswirtschaften USA und China sein, die immer noch keine Anstrengungen in Richtung Energieeinsparung unternehmen.
Limburg, 7.11.2004
Die Rohölpreise unterschritten in New York die 50-Dollar-Marke und fielen auf 49,61 Dollar pro Barrel, während die Kontrakte auf Nordseeöl "Brent" auf 46,42 Dollar gesunken sind. Der Euro markierte gegenüber dem Dollar ein neues Rekordhoch und so sind für die US-Währung nur mehr rund 77 Euro-Cent zu bezahlen. Das macht hierzulande das Rohöl noch billiger. Am Ölmarkt überwiegen derzeit die positiven Nachrichten: Die US-Ölbestände stiegen in Summe erneut an, obwohl die Versorgungslage bei Heizöl nach wie vor sehr angespannt ist. Im Irak kommt die Förderung langsam richtig in Gang und die drohenden Streiks in Nigeria scheinen zumindest vorerst vom Tisch zu sein.
Limburg, 29.10.2004
Der Anstieg der amerikanischen Ölreserven ist weniger als erwartet ausgefallen und hat zu einem massiven Preiseinbruch der US-Ölpreise geführt. Rohöl zur Dezemberauslieferung fiel am New Yorker Warenterminmarkt auf 52,46 Dollar je Barrel.
Limburg, 16.10.2004
Der Rohölpreis steigt und steigt. Am 15.10.2004 wurde erstmals die Marke von 55 Dollar pro Barrel überschritten.
Öl ist damit mehr als 70 Prozent teurer als noch vor einem Jahr.
Trotz des anhaltenden Ölpreisanstiegs will die Opec ihr Preisziel nicht nach oben revidieren. Das offizielle Preisziel für Opec-Öl bleibe bei der Spanne von 22 bis 28 Dollar je Barrel, hieß es. Die Opec hatte ihre Förderquoten bereits auf das höchste Niveau seit 25 Jahren angehoben, um den Preisanstieg zu dämpfen.
Hauptgründe für den hohen Ölpreis sind nach Angaben von Branchenexperten das weiterhin nur schleppende Anlaufen der Produktion nach den Schäden von Hurrikan „Ivan” im Golf von Mexiko, die angespannte Sicherheitslage im Irak und in Nigeria, die Unsicherheiten um den russischen Ölkonzern Jukos sowie die steigende Nachfrage vor dem anstehenden Winter.
Nach dem Überschreiten der 55-Dollar-Marke erwarten nun einige Branchenexperten, einen Ölpreis von US$ 60,00
bis Jahresende.
Limburg, 9.10.2004
Ein Ende des Ölpreisanstiegs ist bislang nicht absehbar. Am 8.10.2004 ist in New York Rohöl der Sorte West Texas Intermediate zur Lieferung im November auf ein neues Hoch von 53,40 Dollar je Barrel geklettert. Vordergründig erklärt sich das neue Hoch mit den fortgesetzten Lieferengpässen, die der Hurrikan Ivan am Golf von Mexiko verursacht hat. Experten schätzen, daß der Wirbelsturm bis Ende November einen Produktionsverlust von 35 bis 40 Millionen Barrel verursacht haben wird. Das entspräche der Menge Öl, die die Vereinigten Staaten in nur zwei Tagen verbrauchen. Schwerwiegend kommt hinzu,
dass die Ölvorräte in Amerika so niedrig sind wie seit zehn Jahren nicht mehr und die Wintersaison vor der Tür steht. Für die vergangenen zwölf Monate errechnet sich inzwischen ein Preisanstieg von knapp 80 Prozent.
Limburg, 30.09.2004
Nach der Kriegsdrohung von Rebellen im ölreichen Nigeria ist der Ölpreis erstmals über 50 Dollar getrieben. Die unsichere politische Lage des weltweit siebtgrößten Ölexporteurs sowie anhaltende Lieferunterbrechungen im Irak und Russland trugen in Verbindung mit der derzeit stärksten Nachfrage seit 24 Jahren zur erneuten Verteuerung des Energierohstoffs bei.
Limburg, 29.09.2004
Die amerikanischen Rohölpreise haben mit 49,50 Dollar je Barrel (159 Liter) einen neuen Rekordstand erreicht. Sie näherten sich damit der von vielen Ölhändlern schon bald erwarteten Rekordmarke von mehr als 50 Dollar. Der bisherige Höchstpreis war am 20. August mit 49,40 Dollar verbucht worden.
Die US-Ölpreise sind seit Anfang vergangener Woche um mehr als acht Prozent gestiegen. Neue Unruhen in Nigeria sowie die Produktions- und Liefereinbußen im Golf von Mexiko waren die Hauptursachen für den Anstieg. Hurrikan „Ivan“ hatte mehrere Bohrinseln im Golf von Mexiko beschädigt und einen riesigen Ölimporthafen sowie zahlreiche Raffinerien an der Golfküste zeitweise lahm gelegt.
Limburg, 22.09.2004
Einen weiteren Preissprung verzeichnet Rohöl aus der Organisation Erdöl exportierender Länder. Der Preis ist auf 41,75 Dollar je Barrel gestiegen. Das sind 1,04 Dollar mehr als am Vortag und somit der höchste Wert seit dem 23. August.
Limburg, 17.09.2004
Um dem hohen Ölpreis entgegenzuwirken, hat die Opec gestern eine Erhöhung ihrer offiziellen Förderquote beschlossen. Das Kartell sei sich einig, die Quote für die Ölförderung auf 27 Millionen Barrel pro Tag zu erhöhen. Die Preise für Rohöl reagierten dennoch kaum auf die Aussicht auf ein möglicherweise größeres Angebot, denn die Opec-Länder fördern bereits seit Monaten mit rund 28 Millionen Barrel täglich mehr als offiziell angestrebt.
Limburg, 7.9.2004
Die OPEC rechnet mit weiter fallenden Ölpreisen. „Die internationalen Ölpreise werden im Zeitraum zwischen September und Dezember wahrscheinlich sinken“, so die Verlautbarung. Eine der Gründe sei eine höhere Förderung im Irak, da erwartet werde, dass sich die Sicherheitslage in dem OPEC-Mitgliedsland verbessere.
Auch die Lösung des Yukos-Skandals in Russland sowie die Präsidentenwahlen in den USA könnten zu sinkenden Preisen beitragen, falls es dabei zu keinen Zwischenfällen komme. Die OPEC bezifferte das weltweite Überangebot an Rohöl gegenwärtig auf 1,5 Millionen Barrel pro Tag. Die OPEC-Staaten produzieren derzeit täglich rund 30 Millionen Barrel Öl, rund vier Millionen Barrel mehr als die offizielle Quote von 26 Millionen Barrel.
Der US-Ölpreis hatte sich in den letzten Tagen leicht verbilligt. Ein Barrel kostete 43,99 Dollar.
Limburg, 3.9.2004
Ein drohender Produktionsstopp des größten russischen Ölexporteurs Yukos hat die Notierungen an den internatio-nalen Rohölmärkten am Donnerstag deutlich in die Höhe getrieben.
In London schnellte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober erstmals seit gut einer Woche zeitweise wieder über 42 Dollar. Zuletzt kostete ein Barrel 41,99 Dollar.
Auch in New York zogen die Notierungen weiter deutlich an. Ein Barrel Rohöl kostete 44,46 Dollar. Bereits vor 2 Tagen hatten die gesunkenen US- Lagerbestände den Barrel-Preis um mehr als zwei Dollar in die Höhe getrieben.
Yukos könne zu einem Produktionsstopp gezwungen sein, nachdem ein Gericht Geschäftskonten gesperrt habe, teilte der russische Ölkonzern in Moskau mit. Gesperrt seien die laufenden Guthaben wie auch künftige Eingänge in Gesamthöhe von 76 Milliarden Rubel (2,15 Mrd Euro). Der Konzern habe keine Möglichkeit mehr, Löhne und Gehälter auszuzahlen und schließe soziale Spannungen in Regionen sowie einen kompletten Produktionsstopp nicht mehr aus. Bereits seit Wochen trägt das juristische Tauziehen in Russland zur Verunsicherung an den Rohstoffmärkten bei.
Limburg, 27.08.2004
Die politische Entwicklung im Irak und beruhigende Äußerungen der Opec-Führung haben zu einer deutlichen Senkung des Rohölpreises geführt.
Wie das Sekretariat der Opec mitteilte, sank der Durchschnittspreis für ein Barrel (159 Liter) erstmals seit zwei Wochen wieder unter die Marke von 40 Dollar. Er wurde mit 39,02 Dollar angegeben. In New York stieg der Ölpreis nach seinem fünftägigen, scharfen Abwärtstrend zwischenzeitlich wieder auf 43,48 Dollar, doch rechneten Beobachter zumindest in den nächsten Tagen mit weiteren Abschlägen bis in die Nähe von 40 Dollar.
Beruhigend wirkten auch Äußerungen des Opec-Präsidenten Yusgiantoro, der bekräftigte, seine Organisation werde alles tun, um einen weiteren Anstieg der Ölpreise zu verhindern und den Abwärtskurs zu unterstützen. „Der Ölpreis ist gefallen, wir wollen aber, daß er auf 30 Dollar zurückgeht“, sagte Yusgiantoro nach Angaben der Zeitung „Jakarta Post“. Die Organisation wolle über eine mögliche Erhöhung ihres Öl-Ausstoßes am 14. September entscheiden. Die elf Opec-Länder fördern zurzeit die Rekordmenge von rund 29,5 Millionen Barrel täglich und wollen die Produktion im September voraussichtlich um weitere 500.000 Barrel anheben.
Branchenexperten gehen jedoch nicht davon aus, daß der Rohölpreis bis auf 30 Dollar je Barrel fallen wird. Entsprechende Absichtserklärungen von Yusgiantoro seien kurzfristig wenig realistisch, hieß es in diesen Kreisen unter Verweis auf anhaltende Versorgungsängste.
Limburg, 20.08.2004
Anhaltende Gewalt in dem Ölförderland Irak hat die Preise für den Energierohstoff auf neue Rekordmarken katapultiert. Zeitweise näherte sich der Rohölpreis der Marke von 50 Dollar. Opec-Chef Purnomo Yusgiantoro zeigte sich zunehmend beunruhigt über die Preisentwicklung. Der Ölpreis war zum ersten Mal über die Marke von 49 Dollar gestiegen. Zahlreiche Ökonomen sehen einen Ölschock auf die Weltwirtschaft zukommen. Sie gehen jedoch davon aus, daß sich die Auswirkungen erst im kommenden Jahr bemerkbar machen. Das deutsche Wachstum in diesem Jahr wird der Ölpreis-Anstieg nach Einschätzung des Wirtschaftsweisen Peter Bofinger kaum bremsen. „Ich sehe derzeit keinen Anlaß, die Wachstumsprognosen vom Frühjahr zu senken", sagte Bofinger der „Berliner Zeitung“. Der Ölpreis sei schon zum Zeitpunkt der Prognose relativ hoch gewesen. „Außerdem ist der Ölpreis ähnlich wie der Euro-Wechselkurs eine schwankungsanfällige Größe", sagte Bofinger weiter. Wie stark diese Schwankungen auf Firmen und Konsumenten wirkten, sei kaum exakt vorherzusagen, sagte Bofinger.
Limburg, 19.08.2004
Der Ölpreis steigt ungebremst. In den Vereinigten Staaten erreichte der Ölpreis mit 47,50 Dollar Rekordniveau. Das war der höchste Preis seit 21 Jahren. Zur Begründung für den weiteren Anstieg verwiesen Händler auf die veröffent-lichten amtlichen Zahlen zu den amerikanischen Ölvorräten, die niedriger ausgefallen sind. Die Nervosität der Händler wird auch weiter durch die knappen freien Förderreserven überall auf der Welt geschürt, denn ein Produktionsausfall könnte nur schwer ausgeglichen werden. Nach allgemeiner Überzeugung hat nur noch Saudi-Arabien die Fähigkeit, kurzfristig mehr Öl aus dem Boden zu holen. Eine größere Produktionsunterbrechung würde die Preise sofort weiter in die Höhe schießen lassen. Als Gefahrenherde für die Ölproduktion gelten die Krise um den russischen Ölgiganten Yukos, die Kämpfe im Irak sowie die Lage in Venezuela nach der Volksabstimmung.
Limburg, 5.8.2004
Fast täglich meldet derzeit der Terminhandel mit Rohöl ein neues Rekordhoch. Einmal sind es Meldungen über Terroranschläge auf arabische Ölförderanlagen, die die Händler in helle Aufregung versetzen, das andere Mal Gerüchte über einen drohenden Produktionsstopp bei dem russischen Energiekonzern Yukos.
Natürlich gibt es Spekulanten, die die Unsicherheit ausnutzen und Spekulationsgeschäfte betreiben. Aber das ist nicht der Fall. Auch der Preis für Öl, das erst im Jahr 2005 und später geliefert wird, ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen.
Es zeichnen sich im Weltölmarkt strukturelle Veränderungen ab. Die Zeiten billigen Öls und Benzins sind vorbei. Der steigende Ölpreis ist ganz einfach dem Umstand zu verdanken, dass die globale Nachfrage nach Öl stark steigt und es Kapazitätsengpässe bei den Produzenten gibt. Der globale Mehrbedarf an Öl ist dieses Jahr so hoch wie seit 16 Jahren nicht mehr, weil es der Weltwirtschaft so gut geht wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Hauptsächlich in den Regionen Asien, Lateinamerika und den Vereinigten Staaten läuft die Konjunktur auf Hochtouren. Staaten wie China und Indien, die mit großen Schritten zu den industrialisierten Nationen des Westens aufschließen wollen, fordern jetzt ihren Anteil am Weltölverbrauch ein. Allein China benötigt in diesem Jahr gut ein Drittel des zusätzlichen Ölbedarfs.
Dieser Nachfrage stehen jedoch nur noch geringe Reservekapazitäten gegenüber. Der Rohstoff Erdöl selbst ist zwar noch ausreichend vorhanden, was jedoch fehlt, sind Förder- und Raffineriekapazitäten. Die Produzenten haben Ihre Investitionen in die Förder- und Raffinerie-Anlagen in den vergangenen 15 Jahren stark zurückgefahren, weil die Preisentwicklung auf dem Ölmarkt nicht genügend Investitionsanreize gab. Auf dem inzwischen erreichten Preisniveau ist dies freilich anders. Nur lassen sich neue Förderkapazitäten nicht von heute auf morgen schaffen.
Der Ölpreis wird sich dauerhaft nach oben entwickeln. Dafür werden schon allein die Industrialisierung und Motorisierung der bevölkerungsreichsten Länder der Welt, China und Indien, sorgen. Man schätzt, dass der globale Ölverbrauch bis zum Jahr 2030 um zwei Drittel steigen wird. Um diesen Bedarf decken zu können, müssen die Produzenten auch Ölvorkommen anzapfen, deren Entwicklung auf dem gegenwärtigen Preisniveau noch nicht wirtschaftlich wäre.
Von einem Preisschock kann freilich derzeit noch keine Rede sein. Absolut ist der Rohölpreis zwar auf Rekordhoch. Bereinigt um die Inflation, ist Öl aber nur etwa halb so teuer wie Anfang der achtziger Jahre nach der iranischen Revolution. Um das reale Preisniveau aus der Zeit des Golfkriegs 1990/91 zu erreichen, müsste der Rohölpreis auf 50 bis 55 Dollar je Barrel steigen.
Limburg, 3. August 2004
Die Preise für Rohöl haben sich weiter verteuert. Man begründet den Preisanstieg mit der hohen Nachfrage. Die OPEC sieht keine Möglichkeit, die Produktion unmittelbar zu erhöhen. Erstmals seit Oktober 1990 übersprang der Preis auf die Nordseesorte Brent an der Londoner Terminbörse die 40-Dollar-Marke. Von ihren Hochs aus den Jahren 1979 und 1980 sind die Ölpreise aber noch weit entfernt.
Limburg, 2. August 2004
Der Ölpreis ist im Juli im New Yorker Terminhandel um 18 Prozent teurer geworden. Ein Barrel (159 Liter) zur Lieferung im September wurde am Freitag zeitweise für 43,85 Dollar gehandelt. Das ist der höchste Preis seit Beginn des New Yorker Terminhandels vor 21 Jahren. Und auch in London kletterte der Preis für Brent-Öl erstmals seit dem Golfkrieg von 1990 über die Marke von 40 Dollar.
Diese Entwicklung vor allem als ein spekulatives Phänomen darzustellen, wäre wohl zu kurz gegriffen. Auch die Angst vor Terroranschlägen auf die arabische Ölinfrastruktur spielt allenfalls noch eine untergeordnete Rolle. Das Preishoch reflektiert vielmehr die Angst vor Nachfragebedingten Versorgungsengpässen in diesem Winter und in den Jahren danach. Dass das Preishoch Folge einer strukturellen Entwicklung sein dürfte, unterstreichen die Preise der längerfristigen Terminkontrakte. Zweijährige Futures auf WTI-Öl werden in New York auch schon mit Kursen von 35 Dollar gehandelt, rund 50 Prozent mehr als sechs Monate nach dem Einmarsch der Amerikaner im Irak.
Dahinter steht vor allem die Erkenntnis, dass das starke Wirtschaftswachstum aufstrebender Nationen wie China und Indien die Ölnachfrage dauerhaft nach oben treiben wird. Dem stehen derzeit nur mehr geringe Förderreserven gegenüber. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat ihre Kapazitäten zu mehr als 95 Prozent ausgelastet. Auch dies erklärt, warum der Ölmarkt in diesen Tagen so sensibel auf die Vorgänge um den russischen Ölkonzern Yukos reagiert.
Gerichtsvollzieher in Moskau stellten in der vergangenen Woche nach anders lautenden Gerüchten zwar klar, dass Yukos weiterhin uneingeschränkt Öl verkaufen dürfe. Die absehbare Insolvenz des Ölkonzerns nährt im Ölhandel aber weiterhin die Angst vor Produktionsausfällen. Immerhin steht Yukos für rund ein Fünftel der russischen Ölproduktion und für 3,6 Prozent der Weltölproduktion.
Limburg, 15. Juli 2004
Die weitere Ausweitung der Förderquoten zum 1. August 2004 ist nach Angaben der OPEC beschlossene Sache.
Ein für kommende Woche geplantes Ministertreffen, auf dem der Beschluss von Anfang Juni eigentlich noch einmal hätte überprüft werden sollen, sei nicht mehr notwendig. Der Ölpreis gab zwar leicht nach, verharrte in New York aber über der 40-Dollar-Marke. Nach Einschätzung der Experten werden der weltweite steigende Bedarf an Öl und die unsichere Lage in Nahost die Preise weiter treiben.
Wegen des weltweiten Preisanstieges hatte die OPEC Anfang Juni die Fördermenge ab 1.7.2004 um 2 Mio. Barrel täglich zu erhöhen. Von August an soll die Produktion um eine weitere halbe Million Barrel steigen.
Limburg, 28. Juni 2004
Die Notierungen für Rohöl haben sich weiter erleichtert. Dies hat die deutsche Inflation gebremst. Im Juni lagen die Lebenshaltungskosten nur noch 1,8% über den Kosten vor einem Jahr, während sie im Mai noch bei 2% im Vorjahresvergleich lagen.
Limburg, 5. Juni 2004
Nach dem Beschluss der OPEC, die Fördermengen auszuweiten, sind die Ölpreise unter Druck geraten. In London sank der Preis für Nordseeöl unter US$ 36,00 je Fass, in New York unter 39,00 Dollar. Allgemein rechnen die Experten aber nicht mit einem nachhaltigen, massiven Preisrückgang.
Limburg, 2. Juni 2004
Die Ölpreise sind nach den Terroranschlägen in Saudi-Arabien massiv in die Höhe geschossen. In New York trieb die Furcht vor neuen Attacken auf das weltgrößte Ölförderland und den dominierenden Anbieter der OPEC den amerikanischen Rohölpreis auf die neue Rekordhöhe von fast 42 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Opec-Minister werden bei ihrem Treffen am Donnerstag über eine Ausweitung der Fördermenge beraten, möglicherweise auch über die Anhebung des offiziellen Preisbandes von 22 bis 28 Dollar je Barrel.
Die Opec, die rund ein Drittel der Weltförderung beherrscht, erwägt nach Angaben von Mitgliedern eine Ausdehnung ihrer offiziell beschlossenen Fördermenge von 23,5 Millionen Barrel um 10 Prozent. Tatsächlich dürfte sie aktuell bereits 25,5 Millionen Barrel fördern. Viele Produzenten stoßen schon an ihre Kapazitätsgrenzen. Nur Saudi-Arabien hat noch große Reserven. Analysten vermuten, dass die elf Opec-Länder nicht mehr als 29 Millionen Barrel fördern können.
Limburg, 24. Mai 2004
Der Rohölpreis ist am Montag wieder deutlich gestiegen. Für Auftrieb sorgten Befürchtungen, daß selbst im Falle einer offiziellen Anhebung der Ölproduktion seitens der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) eine nachhaltige Entspannung der Versorgungslage nicht erreicht werden könne. Am Abend kostete der nahe Juli-Kontrakt für West Texas Intermediate WTI zeitweise 41,80 Dollar je Barrel (rund 159 Liter) und lag damit nunmehr knapp unter dem vor einer Woche in New York verzeichneten Rekordpreis von 41,85 Dollar. Die Hoffnung auf eine künftig steigende Ölproduktion hatte am Montag zunächst den Rohölpreis leicht unter Druck gesetzt.
Analysten hatten erwartet, daß das vom 22. bis 24. Mai in Amsterdam stattfindende Internationale Energieforum unter Beteiligung von Vertretern der Opec zumindest eine Vorentscheidung über die Haltung des Kartells in der Frage der künftigen Förderpolitik bringen werde. Sie soll nach dem Treffen der Opec am 3. Juni in Beirut offiziell bekanntgegeben werden. Tatsächlich hat sich in Amsterdam nur Saudi-Arabien konkret zu einer höheren Produktion bekannt. Die gesamte Fördermenge der Opec, die seit dem 1. April nominal bei 23,5 Millionen Barrel am Tag liegt, soll um 2,3 bis 2,5 Millionen Barrel erhöht werden, erklärte der Ölminister dieses führenden Produzentenlandes. Händler bezeichnen es als bemerkenswert, daß die Saudis noch Anfang vergangener Woche eine Mehrförderung von 1,5 Millionen Barrel für ausreichend hielten, am Freitag jedoch von 2 Millionen Barrel sprachen und am Samstag die Menge von 2,3 bis 2,5 Millionen Barrel vorschlugen. Beobachter erklären, dieser Sinneswandel spiegele das Maß des politischen Drucks seitens der Amerikaner und anderer bedeutender Verbraucherländer auf Saudi-Arabien wider.
Limburg, 14. Mai 2004
Die Preise für Rohöl sind auf den höchsten Stand seit knapp 14 Jahren gestiegen. Der Preis für die Sorte West Texas Intermediate (WTI) schloß bereits am Dienstag in New York erstmals seit Oktober 1990 über der Marke von 40 Dollar je Barrel (rund 159 Liter). Im Vorfeld des ersten Golfkriegs war damals der bisherige Rekord von gut 41 Dollar erreicht worden. Das aktuelle Überwinden der als psychologisch bedeutsam geltenden Marke von 40 Dollar ist indes der bisherige Höhepunkt einer Haussephase, deren Beginn im Herbst 2003 begann.
Am Montag waren die Preise zunächst unter Druck geraten, als sich der saudiarabische Ölminister dafür ausgesprochen hatte, die Fördermenge der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) von derzeit 23,5 Millionen Barrel täglich um 1,5 Millionen Barrel zu erhöhen. Doch die staatliche amerikanische Energy Information Administration (EIA), Washington, und nun auch die Internationale Energie-Agentur (IEA), Paris, haben ihre Vorhersage für die weltweite Öl-Nachfrage angehoben. Die IEA geht in ihrem am Mittwoch vorgelegten Monatsbericht davon aus, daß der Öl-Bedarf in der Welt in diesem Jahr bei durchschnittlich 80,6 Millionen Barrel je Tag liegen werde. Dies sind rund 2 Millionen Barrel am Tag mehr als 2003.
Limburg, 5. Mai 2004
Wieder aufkeimende Terrorsorgen haben den Rohölpreis am Dienstag auf das höchste Niveau seit vierzehn Jahren schnellen lassen. Der Preis für ein Faß (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete in London zeitweise 35,92 Dollar,
4 Prozent mehr als am Vortag und so viel wie zuletzt im Oktober 1990.
Den Anschlag auf ein Ölunternehmen in Saudi-Arabien am Wochenende halten Analysten für den Auslöser des neuerlichen Preisschubs. Der Terrorakt sowie die ungewisse Lage im Irak verstärkten die Sorgen über Öllieferungen aus dem Nahen Osten, auf den etwa ein Drittel der weltweiten Ölförderung entfällt. Zudem gelten die Lagerbestände in den Vereinigten Staaten besonders mit Blick auf den in der anstehenden Urlaubssaison hohen Benzinbedarf als zu gering. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) dürfte das Angebot bis auf weiteres begrenzt halten.
Preistreibende Faktoren sind die wachstumsstarke chinesischen Wirtschaft, die Dollarschwäche und die bisher nur schleppende und teure Erschließung neuer Fördermöglichkeiten. Vor allem kurzfristig, dürften diese Faktoren den Rohölpreis in die Höhe treiben, sagen die Analysten. Das könne den Aufschwung der Wirtschaft gefährden.
Limburg, 1. April 2004
Opec drosselt Förderung
Bei ihrer Tagung in Wien hat die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) sich trotz der hohen Ölpreise darauf verständigt, die geplante Reduzierung der Förderquoten umzusetzen.
Die Minister hatten bereits bei ihrem Treffen im Februar eine Senkung der Fördermenge beschlossen, um dem befürchteten Nachfrage-Einbruch im Frühjahr entgegenzuwirken. Demnach soll ab April die derzeitige Obergrenze für die tägliche Produktion von 24,5 Millionen Faß (ein Faß entspricht 159 Litern) um eine Million Faß reduziert werden. Auch Opec-Mitglieder, die für rund ein Drittel der weltweiten Ölförderung stehen, hatten wegen der hohen Ölpreise – die auf ein 13-Jahres-Hoch geklettert waren - zuletzt für eine Verschiebung der Drosselung plädiert.
Limburg, 20.März 2004
Auch höhere Benzinpreise durch die Rohölpreissteigerung
In den kommenden Wochen könnte Benzin noch teurer werden. Seit Wochen verharren die Preise auf hohem Niveau. Alle Anzeichen deuten zusätzlich auf noch höhere Preise hin. Der Höchststand vom März des Vorjahres, wo der Liter "Eurosuper" zwischen 1,14 und 1,15 Euro gekostet hatte, werde bald erreicht sein, ist aus der Mineralölwirtschaft zu hören.
Die Gründe sind in der weltweit hohen Nachfrage nach Öl und Mineralölprodukten zu suchen, besonders aus Nordamerika. Seit Jahresbeginn schwankt der Preis für Nordsee-Rohöl "Brent" zwischen 30 und 34 Dollar je Faß (159 Liter), seit Wochen liegen die Preise für Superbenzin - das meistgehandelte Produkt - am Rotterdamer Spotmarkt zwischen 345 und 350 Dollar je Tonne. Mitte dieser Woche wurden in Rotterdam sogar 355 Dollar gezahlt. Im März vergangenen Jahres war Superbenzin mit 330 Dollar je Tonne dagegen erheblich günstiger.
Die Ankündigung der Organisation Erdöl exportierenden Länder (Opec), die Produktion Anfang April zu drosseln, hat das Preisniveau weiter verfestigt. Offenbar hat der Vorstoß des Ölministers der Vereinigten Emirate, die Ölproduktion zum 1.April nicht einzuschränken, innerhalb der Opec keine Unterstützung gefunden. Jetzt wird damit gerechnet, daß die Tagesproduktion der Organisation von derzeit 26 Millionen Faß täglich nicht nur auf die vereinbarte Menge von 24,5 Millionen Faß, sondern weiter auf 23,6 Millionen Faß täglich gedrosselt wird. Offenbar befürchtet die Mehrheit der Mitglieder ein Überangebot an Öl, zumal die Russen ihre Produktion voll ausgefahren haben.
Limburg, 2. Januar 2004
Der durchschnittliche Ölpreis hat im abgelaufenen Jahr mit 28,07 Dollar pro Barrel mehr als 15% über dem Durchschnittspreis von 2002 gelegen. Damals kostete ein Fass (159 Liter) Öl der OPEC-Länder 24,26 Dollar, wie die OPEC in Wien meldet. 2001 waren es sogar nur 23,12 Dollar.
In der letzten ganzen Woche des Jahres 2003 ist der Preis wieder unter die 30-Dollar-Marke gefallen. Ein Fass kostete vergangene Woche im Schnitt 29,81 Dollar nach 30,26 Dollar in der Vorwoche.